Freitag, 15. März 2013

Unerwartete Verlängerung

Am Morgen mache ich mich mit der Französin auf zu Aeroxtreme und versuche mich dabei mit ihr zu unterhalten. Wir fahren raus aufs bzw. rein ins Land nach Pachacamac (eigentlich eine Inkaruine). Dort ein paar hundert Meter auf einen vertrockneten Berg in der Küstenwüste. Der Wind bläst nicht schlecht aber stetig. Mit uns ist noch ein Deutscher und der deutsche Botschafter... auch ein Paraglider.

Entgegen meinen Erwartungen darf ich alleine fliegen! Wuhu. Circa eine dreiviertel Stunde soaren im warmen Wind. Teilweise kann ich über die Bergkante ins dahinterliegende Tal lugen. Gelegentlich raschelt der Schirm, aber es ist relativ easy - bis auf die fehlenden Vorrangregeln. Der Horizont ist im Dunst nicht auszumachen, wodurch Land (Meer?) und Himmel verschwimmen. Geil.

Ich bin krank … deshalb kann ich heut nicht fliegen. Verlängerung.

Rafael, der Peruaner bei dem ich mich zu Beginn der Reise eingemietet habe, ist so nett, dass ich bei ihm auf der Couch nächtigen kann.
Am Folgetage fühl ich mich ziemlich miserabel. Ich will nicht so recht ausser Haus, also schau ich mir die zweite Staffel Dr. House an und lese.

Am Dienstag fahre ich zumindest auf den Cerro San Cristobal, den Hügel der mit seinem (nächtlich beleuchteten) Kreuz die Altstadt überragt. Von dort habe ich eine tolle Aussicht auf die Stadt, die mich nicht gehen lassen will. Lima, ein einziges städteplanerisches Debakel. Man bekommt richtig Lust SimCity zu spielen. Der Strassenlärm und das Spielen einer Blaskapelle dringt bis herauf. Am Abend sitze ich mit dem Italiener Adrea und später auch Rafael zusammen und trinken ein bisschen.

Am nächsten Tag fahre ich nochmals nach Miraflores. Dort schaue ich mir die pre-Inka-Ruine Huaca Pucllana. Eine Lehmziegelpyramide. Opferkulte, Mumien mit Grabbeigaben etc.etc.etc.
Danach gehe ich nochmal im Meer schwimmen, bevor ich nun hoffentlich wirklich nach österreich zurückkehre. So. Jetzt gehe ich nochmal mit meinen Freunden hier auf einen Drink.

Bis bald.

Samstag, 9. März 2013

Verkehr und Nonsensekommentar

Hi Leute,
Ich war heute im Meer schwimmen. Bei circa 2m-Wellen. Nur zum eifersuechtig machen.
Der Paragliding-Typ hat gemeint, alleine zahlt es sich nicht aus. Hab´ aber in meinem Hostel auch noch ein Maedl gefunden, dass ebenfalls Paragliden will. Also morgen: Paragliding! WUHU.
Das ist fuer diese Reise vermutlich der letzte Blogeintrag. Wenn alles gut geht, dann bin ich uebermorgen am Weg nach Hause. Freu mich schon, euch alle wiederzusehen. Winke winke, Feuerwerk und so.

Ausserdem hab´ ich noch meine Abhandlung ueber den Verkehr in Bolivien sowie Peru versprochen und bis dato vergessen. Klingt wie Wahnsinn, ist aber WAHR:

- Rote Ampeln in der Stadt sowie doppelte Sperrlinien vor unuebersichtlichen Kurven im Gebirge sind als Empfehlung zu verstehen. Beides macht das Leben spannender und bietet einen guten Anlass zum Hupen.
- Beim Einfahren mit 100 kmh in eine undurchsichtige Nebelwand neben steilen Klippen, bitte hupen. (Das warnt eventuelle Wanderer, Hunde oder ueberholende, entgegenkommende Fahrzeuge.)
- Hupen macht zaehen Verkehr schneller.
- Auch Passagiere einer anderen Buslinie, die nach einem Unfall verletzt sind aber ueberlebt haben, muessen natuerlich fuer die Fahrt, z.B. ins naechste Krankenhaus, bezahlen (!).
- Vom Limaer Automobilclub gesponserte wortwoertlich Aufschrift bei jedem Zebrastreifen: "4 von 5 toetliche Unfaelle im Strassenverkehr passieren beim Ueberqueren der Strasse." (hm... de dastessn se olle beim ibad strossn gehn, de trottln)

Rueckweg nach Cusco

Der Rueckweg von Aguas Calientes nach Cusco war ebenso anstrengend, aber etwas toller, da ich den Einheimischenweg gefunden habe. Kein Schienengeroell, mehr Jause, mehr Einheimische, weniger Zuege, dafuer circa 1000 Hoehenmeter ueberwunden, wieder mit dem ganzen Gepaeck. Mit laengeren Pausen brauche ich etwa 7h (6,3 h Gehzeit). Dazwischen fallen dicke Tropfen auf die grossen Blaetter der Buesche und Palmen umher, die Landschaft aendert sich mit der etwas trockeneren Bergvegetation Richtung Ollantaytambo.

Mit Collectivos und Bussen brauche ich fast 4 Stunden nach Cusco. Es ist Nacht geworden. Suche mir eine kleine Kueche fuer was zu Essen und ein Hostel. Im Wild Rover Hostal geht es dann auch echt ein bisserl wild zu. Nach mehreren Bieren und Bekanntschaften waehrend der Quiznight, Wuzzeln und Abshaken werde ich noch in eine Disco am Hauptplatz abgeschleppt. Um halb 4 bin ich dann endgueltig so muede, dass ich mich heimschleppe. Die beiden Folgetage bin ich dann auch wieder krank. War dann wohl zuviel fuer meinen Koerper an einem Tag...

In Cusco mache ich bei der FreeWalkingTour mit, wo wir kleine kulinarische Kostproben von typisch peruanischen Drinks und Essen bekommen. Dazu schleppt man uns in Shops, ins Schokoladenmuseum, verschiedenen Restaurants, in Silberschmieden und Alpaca-Woll-Geschaefte etc. und der Guide verzapft gelegentlich seltsame Geschichteln ueber das historische Cusco, wobei vermutlich nur stimmt, dass der Moechtegern-Inka-Revolutionaer Tupac Amaru Namensgeber fuer den Rapper 2pac war.
Tupac Amaru musste uebrigens mit ansehen, wie seine schwangere Frau erwuergt wurden und nachdem man es nicht schaffte ihn zu vierteilen wurde er gekoepft - so wie seine 4 Kinder. Detail am Rande. Naja.

Das Stift SantoDomingo, erbaut auf einer der wichtigsten Staetten der Inkazeit ist echt einen Besuch wert, obwohl von den Schaetzen der damaligen Zeit natuerlich nichts mehr uebrig ist und von den Ruinen nur wenig. Bei meinem Weg durchs Altstadtviertel und zum ChristoBlanco, einer Jesustatue die Cusco ueberragt, komme ich abermals an alten Ruinen vorbei. Oben kaufe ich einem lustigen Strassenmusikanten seine CD ab.

Am Abend schaue ich zum Busbahnhof und suche eine Busverbindung nach Ayacucho. Das liegt in etwa zwischen Lima und Cusco. Da die Fahrzeit Lima-Cusco unter 24h betraegt hege ich die Hoffnung am Morgen dort anzukommen. Weit gefehlt. Es dauert genauso lang.
Verschnupft und krank doese ich wenige Stunden auf der Rueckbank des Busses und werde dabei herumgeschupft und -geruettelt. Der Bus schraubt sich die Serpentinen-Land- bzw. Sandstrasse hoch ueber Andenpaesse, bleibt mehrere Stunden im Nichts stehen, weil die Strasse noch im Bau befindlich ist. Zumindest haben sie dort auch gleich Staende aufgebaut und man kann etwas Essen. Fruechte, Avocado und leckeren, gezuckerten, zerkochten Mais (choclo). So schaffen wir es vor Einbruch der Dunkelheit nach Ayacucho.
Ein Auto versucht uns hupend zu ueberholen und faehrt mit Vollgas in eine Baugrube mit mindestens 10 Arbeitern. Es sieht aber nicht so aus, als ob jemandem etwas passiert ist.
Sofort nehme ich den naechsten Bus nach Lima, weil ich dort am 8ten ankommen moechte. Diesmal Luxus-Liegebus. Also keinen Tag in der Andenstadt gewonnen... stattdessen gesamt 35 Stunden Busfahrt (mit Pausen).

okay, also bin ich jetzt wieder hier Lima, genauer Miraflores.
Und weil mein Zimmer endlich fertig ist, werde ich Duschen und Gewand wechseln!
Hab euch lieb. cu soon





Donnerstag, 7. März 2013

Machu Picchu

Am Morgen komme ich also mit dem Collectivo nach Ollantaytambo, Fruehstueck und weiter zu km82 der Schienenstrecke nach Aguas Calientes, dem Ort unter Machu Picchu.

Jetzt muss ich ein bisserl angeben bzw. raunzen, man darf den Absatz gerne ueberspringen:Ich mach mch auf den Schienen auf den gesamt 30 km langen Weg (6 h Gehzeit  glaube ich). 12 Kilometer nur auf Schienengeroell, das geht in die verkuerzten Computer-Kniesehnen. Des weiteren trage ich ueber 20 Kilogramm Gepaeck. Als ich ankomme bin ich echt fertig, obwohl das Tal und die Aussicht auf die Berge mit dem Urubambafluss  genial ist. Die abwechslungsreiche Landschaft, die bis in eine Art Nebelwalddschungel reicht, bietet ebenfalls viel zu bestaunen.

Am Folgetag in der Frueh Machu Picchu. Ich hab mir auch ein Ticket fuer den nebenliegenden Berg mit Ruine Wayna Picchu geleistet. Am Anfang war die Sonne heraussen und es war superschoen. Die Anlage sah auf den ersten Blick etwas kleiner aus, als ich dachte bzw auf den Postkarten, wie der Josef Hader schon so schoen prophezeit hat. Scherz beiseite, das ist wirklich beeindruckend. Die Klippen rings um die Terassen, der Urubamba-Fluss im Tal und die spitzen Berge ringsumher
.
Und wenn man dann ein bissl rumlauft, dann merkt man wie riesig das is. Ich mach auch einen 40 min. Abstecher zu einer Bruecke in einer Steilwand, bei meinem Wayna Picchu-Besuch hab ich aber kein Glueck, es regnet und MachuPicchu ist staendig wolkenverhangen.
Die passgenauen Riesen-Steine fuer die Tempel sind ein Hammer. So laufe ich 6 Stunden rum und dann ins Tal. An dem Tag esse ich wieder in meiner kleinen Einheimischenkueche und danach "wacke" (wie man im Waldviertel so schoen sagt) ich 2 Stunden in den trueben Thermalquellen von Aguas Calientes und regeneriere meine schmerzenden Beine und Fuesse. Die kleinen Becken teilt man sich mit 15 plantschenden Kindern.

Dienstag, 5. März 2013

Deathroad laPaz x3 (Update)

Die Deathroad war wirklich ein geiles Erlebnis. Am Morgen wurden wir mit einem Minibus auf fast 4700 Hoehenmeter gefuehrt. Dort erwarten uns vorerst Nebel und Regen. Die Kreuze am Wegesrand sind der einzige Hinweis auf die steileren Abstiege auf der rechten und linken Seite, bzw. die aussergewoehnliche suedamerikanische Fahrweise (aber dazu spaeter).
Am Asphalt gehts flott dahin mit den Mountainbikes und unsere Vorderrraeder spritzen unsere Gesichter mit Regenwasser und Schlamm voll. Noch haben wir (Gegen-)Verkehr und die Finger fallen uns halb ab vor Kaelte. Hin und wieder fahren wir aus der Wolke raus, dann hat man eine tolle Aussicht auf das Tal und die Felswaende. Mir macht es Spass, aber das ist so meine spezielle Definition.
Umso tiefer wir gelangen, desto waermer, feuchter und vegetationsreicher wird es aber... sodass wir bald in Nebelwald und spaeter Dschungel (den Yungas) einfahren. Dieser Teil derYungas-Strasse ist die eigentlich Deathroad. Immer wieder ueberqueren wir Baeche, rasen durch Wasserfaelle, passieren Engstellen und noch mehr Kreuze und meist haben wir links eine mehrere hundert Meter tiefe Schlucht. Wuhuuu!

Es folgt eine lange, mehrteilige Busfahrt nach Cusco. Dazwischen das uebliche Procedere an der Grenze. Man steht in einer langen Schlange an einem bolivianischen und danach peruanischen heruntergekommenen Grenzposten fuer Stempel und Abgeben der Einreiseformulare.
Copacabana-Grenze-Puno-Cusco. Letztere Fahrt schlafend in einem komfortablen full-cama (also fast mit 180° liegend in einem Bus mit Stewardess). Dabei verpasse ich die (laut dem koreanisch-italienischen Paerchen) grandiose Aussicht und Landschaft, aber komme um 4 in Cusco an... weil man um die Uhrzeit noch nichts vor hat und nichts los ist, ausser den Taxi-Touristeninfo-Geier die einen staendig anschreien, spaziere ich in die Stadt zu den Collectivos nach Ollantaytambo, wo ich erstmal ein Fruehstueck zu mir nehme. Am Markt kaufe ich Kaktusfruechte. Eine Frau zersaegt ein Stueck Fleisch und Knochen mit einer Metallsaege. Ich lasse mich mit einem weiteren Collectivo (kleine Minibusse, die erst losfahren, wenn sie voll sind) zum km 82 der Eisenbahnstrecke nach Aguas Calientes (Machu Picchu) fuehren.

....Fortsetzung folgt .....

Donnerstag, 28. Februar 2013

Bolivien: laPaz - Uyuni

laPaz - die Backsteinplombe dieses Cordillera-Tals

Dass ich inzwischen in laPaz, der höchstgelegenen Grossstadt der Welt bin, hab ich glaub ich schon geschrieben. Die Stadt ist ein einziger Markt für Allerlei und ein buntes Gemisch aus Ethnien und Klassen.
(Während jeder schlaflosen Busfahrt erfinde ich ein Spiel, das nur auf Umsetzung wartet.) 

Nach 10 Stunden Nacht-Fahrt in den Süden von Bolivien steig ich in einer staubigen Westernstadt aus:
Uyuni. Hat mich generell nicht so begeistert. Entweder lag das daran, dass meine Erwartungen von anderen Reisenden schon so hochgeschraubt wurden oder daran, dass mich Montezumas Schergen hinterrücks mit einem Fruchtsaft erwischt haben. Dachte nicht, dass sie mich in Boliviens Hochland finden ... 

Ausserdem sollte meine Reisegruppe aus zwei Tschechinnen und 3 Urugaianern bestehen, stattdessen werden es 12 Israelis. Obwohl grundsätzlich freundlich, sind sie relativ anstrengend. Unterhaltungston ist Schreien, sie wechseln die 90er-Jahre-Musik im 30-Sekunden-Takt und sind aufgeganselt, als kämen sie von 3 Jahren Jungscharlager und bei jeder Sehenswuerdigkeit machen sie 4h Fotos. Nach 2 Stunden hupt der geduldige Fahrer Alan zum ersten Mal... naja.

Hier sind zwei Bilder aus dem Salzsee, der angeblich 12000 km2 misst. Nicht auf diesen Bildern, die Vulkane ringsumher. Durch die trockene Luft sieht man sehr weit und unterschätzt sehr leicht die Entfernungen.
Ich marschiere auf einer 14m dicken Salzkruste, darunter angeblich Wasser.



Surreal: Von irgendwo in dieser schneeweissen Landschaft rast ein Linienbus daher und verschwindet wieder ins Nichts.
Am Abend in einer sehr einfachen Loggia treffe ich dann einige Briten und Australier, die doch die Lust verspüren mit mir ein paar Worte zu wechseln und wir spielen gemeinsam "Arschloch" nach holländischen Regeln.
Am Folgetag verlassen wir schon nach kurzem den Weg, der den Namen Strasse nur durch den Vergleich mit den restlichen Spurrillen in der Landschaft Boliviens verdient. Wir brettern und rumpeln durch die 4300m-hoch gelegene Gegend, an rostbraunen Felsen und salpetergelben Vulkanen, beschneiten Bergen vorbei. Wir besuchen 3 Lagunen mit hunderten Flamingos. Alle ebenfalls salzig. Die Erdplatten haben hier ein schoenes Stueckchen Meer abgeschlossen. Damals. Seither fliesst der Amazonas auch in den Atlantik.

Zum Schluss sehen wir noch das Rock Valley, ein Tal mit Steinen.
Und das wird Jakob, Eva und den David Göbel freuen: einen Zug-Friedhof. Das ganze alte Eisen verbreitete eine nostalgische und post-apokalyptische Stimmung. Hier soll auch der Zug von "Sundance Kid" vor sich hinrosten.



Alles in allem ganz nett, aber anstrengend. Wenigsten hab ich ECHT gut gehandelt...
Über Nacht wieder zurück. Kurz dem National-Art-Museum (sehr geil) und einer Mette zu Ehren des (bald-nicht-mehr-)Papstes einen Besuch abgestattet. Zwei Grillhendln nach meiner Bananen-Cola-Kur und für Morgen die Todesstrasse gebucht: Eine 63 km lange Mountainbike-Abfahrt von 4700 auf unter 1400 m! 

Auch der letzte Post hat Bilder!

Sonntag, 24. Februar 2013

Puno

Montezumas Rache scheinbar überwunden.

Puno hat mir sehr getaugt, wie schon geschrieben glaub ich. Ich bin dann auch auf die nahegelegene Insel Amantani auf der ich eine Nacht übernachtet habe. Aber alles der Reihe nach...

Nach einer Nacht hab ich mich schon viel besser gefuehlt und bin durch die Stadt spaziert. Hab mir auf den Maerkten ein paar Sachen aufschwatzen lassen und das mediterrane Flair genossen. Allerdings darf man sich davon nicht truegen lassen: Der Titicaca-See hat unter 10 Grad und in der Nacht kann es hier auch anstaendig kalt werden.
Beim Ticketkauf komm´ ich drauf, dass aus dem Bankomat anscheinend ein gefaelschter Hunderter rausgekommen ist. Der strichlierte Glitzerstreifen war hier ein eingenähtes Geschenkband ... netterweise haben sie ihn trotzdem genommen : )  (vermutlich aber unfreiwillig).

Des Weiteren habe ich dann auch einen der umliegenden Gipfel bestiegen. Waehrend sich dunkle Gewitterwolken und eine Ambosswolke als Sturmvorbote gemaehlicher vor die Sonne schiebt, als ich die 300-400 Meter hoch. Auf meinem Weg durch die Favelas hoch beschleicht mich ein etwas mulmiges Gefuehl, weil dort schon um 4 die Leute besoffen abhaengen. Aber es rennen und spielen auch viele Kinder auf den Strassen. Oben treffe ich den "Fool on the hill", der irgendwas in den obligatorischen Muellbergen sucht. Mein Abstieg wird dann von einer Teufelstöle harsh unterbrochen. Der fast 1m grosse Hund mit roten Augen bellt mich an, kommt auf weniger als einen Meter zu mir und schnappt her. Ich wedle mit meiner leeren 2,5l-Wasserflasche und bin zum Teil echt hilflos ... einen anderen Abstieg waehlen, hiesse vielleicht dem Ding den Ruecken zudrehen. Als ein ihm bekannter Jogger vorbeikommt lässt mich der Hund kurz in Ruhe und ich kann mich bis zu einem weiteren braunen Teufels-Pinscher vortasten, nur um dann zwischen den beiden eingeklemmt zu sein. Naja, irgendwie geht´s dann doch und ich kann mich in die dann doch sehr willkommene Nahezu-Zivilisation vortasten.

Standoff in der Küche: Tochter vs. Huhn
Bei dem Trip am folgenden Tag besuchten wir zuerst die "floating islands", die Schilfinseln der Uros. Das sind kuenstlich hergestellte Inseln aus geflochtenem Schilf, mit Schilfhuetten und Schilfbooten. Die Uros mussten sich vor tausend Jahren auf der Flucht vor den Inkas dorthin zurueckziehen.
Die Insel Amantani ist sehr schoen und auch dort begehe ich den ueber 4000er-Gipfel "Pacha Tata" (Vater Erde), der ein tolles Panorama ueber den riesigen See zulässt. An vielen Stellen sieht man nicht das Ende des Sees! Uebernachten und essen passiert in einem einheimischen Familienverband und die Kids sind hocherfreut, dass wir mit ihnen einen kaputten Volleyball im Innenhof umherschiessen. Das Essen ist einfach, aber gut - ich meine, ich kann wieder essen!
Der suedliche Nachthimmel ist dann der Wahnsinn und extrem sternreich, die Zirren bilden unglaublich feine Muster am Himmel, vom uebermässig hellen Mond angestrahlt. Wetterleuchten am Horizont vervollstaendit die magische Nachtstimmung. Unter 6 den schweren Decken wird man fast erdrueckt, aber sie halten warm und ich schlafe wie ein Bär.


Die Rueckfahrt am Morgen ist sehr wellenreich. Wir machen noch einen Stop und Spaziergang auf der nebenliegenden  Insel Tequile oder so. Dabei unterhalte ich mich wunderfein mit einem Italienisch-Koreanischen Designerpärchen, die ihre 3-monatige Reise auch zur Arbeit nutzen.
Schaumspray ... das war ja noch harmlos.

Wieder am Festland verfolge ich eine Karnevalskapelle und eine tanzende Truppe mit meinem Cusquena-Bier. Alle Menschen werden mit komischen Seifensprydosen besprueht.
Sie winken mich her und behangen mit Ballongirlanden und mehreren Flaschenoeffnern, voller Confetti und gut riechender Kreide werde ich noch zu mehreren weiteren Bieren (0,6l) und Zigaretten eingeladen. Ich kann nicht sagen wieviele, weil einem alles wieder entwendet wird und die Runde macht. Sie bieten mir sogar zu essen an, aber ich bin noch vom Mittag voll. Alle sind komplett betrunken und wollen mit mir kommunizieren. Sie lachen sich darueber ab, dass ich Solo bin und wollen die ganze Zeit, dass ich sage: "Ich komme aus Chukarapi!". Was ich staendig vergesse, aber wenn ich es dann ausbringe, mit viel Gelächter gutiert wird.

Komplett im Öl verabschiede ich mich kurz vor 9 um meine Kumpels wieder zu treffen und leckeres Strassenessen zu geniessen. Weitere Kapellen und unendlich viele Leute draengeln sich durch die Gassen und machen Party bis mindestens 4, wo ich brandig aufgewacht bin.


Inzwischen bin ich nach laPaz, Bolivien, gereist.

Noch ein Punkt: Ich denke nicht, dass ich Geschenke mitnehmen werde. Ich habe stattdessen einige Karten verschickt, zumindest an alle, wo ich die Adresse wusste. (Um jede davon bekäme ich hier uebrigens 2 Mittagsmenues, mit einem Topf Suppe, Getraenk und leckerem Hauptgericht).
Man kann aber gerne was bestellen und ich schau was ich tun kann, kommentiert einfach, falls ihr einen Alpaca-Mütz oder -Schal wollt. Ich mag nur keinen Ramsch einkaufen, den eh keiner braucht. Gruss!

PS: Die Klopapierbeschaffenheit (falls vorhanden) reicht von Schmirgel- bis Krepp-Papier, ist meist duenner als Japanpapier sodass man selbst durch 3 Lagen durchsehen kann.