Donnerstag, 28. Februar 2013

Bolivien: laPaz - Uyuni

laPaz - die Backsteinplombe dieses Cordillera-Tals

Dass ich inzwischen in laPaz, der höchstgelegenen Grossstadt der Welt bin, hab ich glaub ich schon geschrieben. Die Stadt ist ein einziger Markt für Allerlei und ein buntes Gemisch aus Ethnien und Klassen.
(Während jeder schlaflosen Busfahrt erfinde ich ein Spiel, das nur auf Umsetzung wartet.) 

Nach 10 Stunden Nacht-Fahrt in den Süden von Bolivien steig ich in einer staubigen Westernstadt aus:
Uyuni. Hat mich generell nicht so begeistert. Entweder lag das daran, dass meine Erwartungen von anderen Reisenden schon so hochgeschraubt wurden oder daran, dass mich Montezumas Schergen hinterrücks mit einem Fruchtsaft erwischt haben. Dachte nicht, dass sie mich in Boliviens Hochland finden ... 

Ausserdem sollte meine Reisegruppe aus zwei Tschechinnen und 3 Urugaianern bestehen, stattdessen werden es 12 Israelis. Obwohl grundsätzlich freundlich, sind sie relativ anstrengend. Unterhaltungston ist Schreien, sie wechseln die 90er-Jahre-Musik im 30-Sekunden-Takt und sind aufgeganselt, als kämen sie von 3 Jahren Jungscharlager und bei jeder Sehenswuerdigkeit machen sie 4h Fotos. Nach 2 Stunden hupt der geduldige Fahrer Alan zum ersten Mal... naja.

Hier sind zwei Bilder aus dem Salzsee, der angeblich 12000 km2 misst. Nicht auf diesen Bildern, die Vulkane ringsumher. Durch die trockene Luft sieht man sehr weit und unterschätzt sehr leicht die Entfernungen.
Ich marschiere auf einer 14m dicken Salzkruste, darunter angeblich Wasser.



Surreal: Von irgendwo in dieser schneeweissen Landschaft rast ein Linienbus daher und verschwindet wieder ins Nichts.
Am Abend in einer sehr einfachen Loggia treffe ich dann einige Briten und Australier, die doch die Lust verspüren mit mir ein paar Worte zu wechseln und wir spielen gemeinsam "Arschloch" nach holländischen Regeln.
Am Folgetag verlassen wir schon nach kurzem den Weg, der den Namen Strasse nur durch den Vergleich mit den restlichen Spurrillen in der Landschaft Boliviens verdient. Wir brettern und rumpeln durch die 4300m-hoch gelegene Gegend, an rostbraunen Felsen und salpetergelben Vulkanen, beschneiten Bergen vorbei. Wir besuchen 3 Lagunen mit hunderten Flamingos. Alle ebenfalls salzig. Die Erdplatten haben hier ein schoenes Stueckchen Meer abgeschlossen. Damals. Seither fliesst der Amazonas auch in den Atlantik.

Zum Schluss sehen wir noch das Rock Valley, ein Tal mit Steinen.
Und das wird Jakob, Eva und den David Göbel freuen: einen Zug-Friedhof. Das ganze alte Eisen verbreitete eine nostalgische und post-apokalyptische Stimmung. Hier soll auch der Zug von "Sundance Kid" vor sich hinrosten.



Alles in allem ganz nett, aber anstrengend. Wenigsten hab ich ECHT gut gehandelt...
Über Nacht wieder zurück. Kurz dem National-Art-Museum (sehr geil) und einer Mette zu Ehren des (bald-nicht-mehr-)Papstes einen Besuch abgestattet. Zwei Grillhendln nach meiner Bananen-Cola-Kur und für Morgen die Todesstrasse gebucht: Eine 63 km lange Mountainbike-Abfahrt von 4700 auf unter 1400 m! 

Auch der letzte Post hat Bilder!

Sonntag, 24. Februar 2013

Puno

Montezumas Rache scheinbar überwunden.

Puno hat mir sehr getaugt, wie schon geschrieben glaub ich. Ich bin dann auch auf die nahegelegene Insel Amantani auf der ich eine Nacht übernachtet habe. Aber alles der Reihe nach...

Nach einer Nacht hab ich mich schon viel besser gefuehlt und bin durch die Stadt spaziert. Hab mir auf den Maerkten ein paar Sachen aufschwatzen lassen und das mediterrane Flair genossen. Allerdings darf man sich davon nicht truegen lassen: Der Titicaca-See hat unter 10 Grad und in der Nacht kann es hier auch anstaendig kalt werden.
Beim Ticketkauf komm´ ich drauf, dass aus dem Bankomat anscheinend ein gefaelschter Hunderter rausgekommen ist. Der strichlierte Glitzerstreifen war hier ein eingenähtes Geschenkband ... netterweise haben sie ihn trotzdem genommen : )  (vermutlich aber unfreiwillig).

Des Weiteren habe ich dann auch einen der umliegenden Gipfel bestiegen. Waehrend sich dunkle Gewitterwolken und eine Ambosswolke als Sturmvorbote gemaehlicher vor die Sonne schiebt, als ich die 300-400 Meter hoch. Auf meinem Weg durch die Favelas hoch beschleicht mich ein etwas mulmiges Gefuehl, weil dort schon um 4 die Leute besoffen abhaengen. Aber es rennen und spielen auch viele Kinder auf den Strassen. Oben treffe ich den "Fool on the hill", der irgendwas in den obligatorischen Muellbergen sucht. Mein Abstieg wird dann von einer Teufelstöle harsh unterbrochen. Der fast 1m grosse Hund mit roten Augen bellt mich an, kommt auf weniger als einen Meter zu mir und schnappt her. Ich wedle mit meiner leeren 2,5l-Wasserflasche und bin zum Teil echt hilflos ... einen anderen Abstieg waehlen, hiesse vielleicht dem Ding den Ruecken zudrehen. Als ein ihm bekannter Jogger vorbeikommt lässt mich der Hund kurz in Ruhe und ich kann mich bis zu einem weiteren braunen Teufels-Pinscher vortasten, nur um dann zwischen den beiden eingeklemmt zu sein. Naja, irgendwie geht´s dann doch und ich kann mich in die dann doch sehr willkommene Nahezu-Zivilisation vortasten.

Standoff in der Küche: Tochter vs. Huhn
Bei dem Trip am folgenden Tag besuchten wir zuerst die "floating islands", die Schilfinseln der Uros. Das sind kuenstlich hergestellte Inseln aus geflochtenem Schilf, mit Schilfhuetten und Schilfbooten. Die Uros mussten sich vor tausend Jahren auf der Flucht vor den Inkas dorthin zurueckziehen.
Die Insel Amantani ist sehr schoen und auch dort begehe ich den ueber 4000er-Gipfel "Pacha Tata" (Vater Erde), der ein tolles Panorama ueber den riesigen See zulässt. An vielen Stellen sieht man nicht das Ende des Sees! Uebernachten und essen passiert in einem einheimischen Familienverband und die Kids sind hocherfreut, dass wir mit ihnen einen kaputten Volleyball im Innenhof umherschiessen. Das Essen ist einfach, aber gut - ich meine, ich kann wieder essen!
Der suedliche Nachthimmel ist dann der Wahnsinn und extrem sternreich, die Zirren bilden unglaublich feine Muster am Himmel, vom uebermässig hellen Mond angestrahlt. Wetterleuchten am Horizont vervollstaendit die magische Nachtstimmung. Unter 6 den schweren Decken wird man fast erdrueckt, aber sie halten warm und ich schlafe wie ein Bär.


Die Rueckfahrt am Morgen ist sehr wellenreich. Wir machen noch einen Stop und Spaziergang auf der nebenliegenden  Insel Tequile oder so. Dabei unterhalte ich mich wunderfein mit einem Italienisch-Koreanischen Designerpärchen, die ihre 3-monatige Reise auch zur Arbeit nutzen.
Schaumspray ... das war ja noch harmlos.

Wieder am Festland verfolge ich eine Karnevalskapelle und eine tanzende Truppe mit meinem Cusquena-Bier. Alle Menschen werden mit komischen Seifensprydosen besprueht.
Sie winken mich her und behangen mit Ballongirlanden und mehreren Flaschenoeffnern, voller Confetti und gut riechender Kreide werde ich noch zu mehreren weiteren Bieren (0,6l) und Zigaretten eingeladen. Ich kann nicht sagen wieviele, weil einem alles wieder entwendet wird und die Runde macht. Sie bieten mir sogar zu essen an, aber ich bin noch vom Mittag voll. Alle sind komplett betrunken und wollen mit mir kommunizieren. Sie lachen sich darueber ab, dass ich Solo bin und wollen die ganze Zeit, dass ich sage: "Ich komme aus Chukarapi!". Was ich staendig vergesse, aber wenn ich es dann ausbringe, mit viel Gelächter gutiert wird.

Komplett im Öl verabschiede ich mich kurz vor 9 um meine Kumpels wieder zu treffen und leckeres Strassenessen zu geniessen. Weitere Kapellen und unendlich viele Leute draengeln sich durch die Gassen und machen Party bis mindestens 4, wo ich brandig aufgewacht bin.


Inzwischen bin ich nach laPaz, Bolivien, gereist.

Noch ein Punkt: Ich denke nicht, dass ich Geschenke mitnehmen werde. Ich habe stattdessen einige Karten verschickt, zumindest an alle, wo ich die Adresse wusste. (Um jede davon bekäme ich hier uebrigens 2 Mittagsmenues, mit einem Topf Suppe, Getraenk und leckerem Hauptgericht).
Man kann aber gerne was bestellen und ich schau was ich tun kann, kommentiert einfach, falls ihr einen Alpaca-Mütz oder -Schal wollt. Ich mag nur keinen Ramsch einkaufen, den eh keiner braucht. Gruss!

PS: Die Klopapierbeschaffenheit (falls vorhanden) reicht von Schmirgel- bis Krepp-Papier, ist meist duenner als Japanpapier sodass man selbst durch 3 Lagen durchsehen kann.

Mittwoch, 20. Februar 2013

Heimweh

Hi Leute aus aller Welt,

ich habe festgestellt, der Blog wird ausser in Oesterreich und Deutschland (Martin?) auch in Indien (Harry), Norwegen (David?), Vietnam (Sabine), den vereinigten Emiraten (Basar) und den USA (????) rezipiert.
Liebe Gruesse an euch alle, aber die 28% die Internet-Explorer nutzen sollen sich doch bitte einen Browser installieren. Ausserdem wuerde es mich freuen, wenn ihr kommentiert. Schreibe ich zu verwirrend, zuwenig detailreich, zu protokollhaft? Was wollt ihr wissen?

Der letzte Beitrag ueber Arequipa wurde u.a. um Bilder ergaenzt!

Hm, ich freue mich im Moment auf daheim. Meine Reiselust ist am versiegen. Fieber, Schuettelfrost, stuendlich Darmentleerungen und Kotzen. Leider war es Juan, meinem Couchhost, nicht wirklich recht, dass ich untertags in seinem Appartement bleibe, waehrend er arbeitet. Ich glaube wegen seiner "cleaning-lady". Also schleppe ich mich heute um halb 7 zum Busbahnhof und checke mir ein Ticket nach Puno.

Grosses Geschrei, die ganzen Busunternehmer schreien, wo sie hinfahren und die Standler, was sie anbieten. Der Bus, der um 8 gehen soll kommt 20 Minuten spaeter und um 9:05 faehrt er immer noch nicht los. Das Gemurmel und Gekeife wandelt sich zu einem wuetenden Stampfen von etwa 30 Fahrgaesten. Wir sind kurz vor einer Mobbildung, also laesst der Fahrer schon mal den Motor an und faehrt 5m vor und wieder zurueck. Zehn Minuten spaeter geht´s los.


Unsere Route fuehrt uns zuerst wieder auf die Hochebene (4400 oder 4800 Meter, hier unterscheiden sich die Quellen) Richtung Colca Cañon und den dort gelegenen Nationalpark. Rinderherden, Alpacas und Vicuñas. Schafe stutzen das Gras von einem Fussballfeld. Zwei Frauen waschen Kleidung in einem Bach.
Ausserdem hat ein Bus beim Ueberholen anscheinend einen Kleinwagen uebersehen und geschluckt, was mich an meinen eigenen Autounfall erinnert. Ich hoffe der Typ hat eine Sozialversicherung, denn laut Juan werden Leute ohne einfach liegen gelassen.

Die Busfahrt verwandelt sich in eine Verkaufsshow. Neben Silberketterl mit Glassteinen, Schokoriegeln fuer einen guten Zweck und Vorschul-Lern-DVDs werden auch gebratene Fleischstueck angeboten. Die Typen preisen ihre Waren je 40 Minuten an. Was kann man solange ueber Weissgold quatschen? 
Die Landschaft ist aber toll. Sie wirkt ein bisschen schottisch, bis auf die vereinzelten gelben Flecken (Raps?). Herumdoesen, waehrend schneebedeckte Gipfel und die Hochebene "Alto plano" vorbeiziehen.

Ankunft am Titikaka-See (3810m) am Nachmittag. Wie Arequipa ist auch Puno in den letzten Jahren unverhältnismässig schnell gewachsen. Extrem viele Haueser sind unfertig, haben keine Fenster und keines hat Verputz ... ich frage mich wieso.
Ich glaub mir gefaellt die Stadt trotzdem, aber ich bin zu kaputt um das schoene, sonnige Wetter und die konturierten Wolken zu geniessen. Ich schleppe mich mit einem Franzosen in die Stadt und in ein Dorm. Ich glaube hier werde ich mich erstmal auskurieren.

Dienstag, 19. Februar 2013

Arequipa & Colca Cañon

Ich bin gerade in der "weissen Stadt", der Hauptstadt des Suedens, Arequipa.
Diese Stadt liegt auf 2335 m und wird von 3 Hausbergen bzw. -vulkanen um weit mehr als 3000m ueberragt. Im Moment sind sie wolkenverhangen, aber noch heute in der Frueh hatte ich eine geniale Sicht darauf.
Das Klima hier ist extrem trocken, es scheint staendig die Sonne und natuerlich ist die Hoehenluft etwas gewoehnungsbeduerftig.

angry green planet








Ich komme auch gerade zurueck von einem 2-taegigen Trek. Dazu mussten wir um 2:30 aufstehen und eine lange Fahrt auf uns nehmen, aber schlussendlich kamen wir in den Colca Cañon. Dieses Tal ist eines der tiefsten der Welt und hier lassen sich unter anderem am fruehen Morgen Condore besichtigen. Das sind die weltgroessten Raubvoegel: Ihre weiss-befiederten Fluegel bekommen eine Spannweite von 3 Metern und sie selbst werden, wenn sie ausgewachsen sind, bis zu 1,4m gross. Das passiert circa im 20 Lebensjahr, in welchem sie sich laut Guide auch verheiraten. Sie leben monogam und bringen sich um, wenn der Geschlechtspartner vor ihnen stirbt. Passiert dies nicht, koenen sie bis zu 100 Jahre alt werden.
Leider hat unser Bus eine Reifenpanne, also kommen wir nur noch dazu wie sich die 7 Exemplare in die Luefte schwingen (sie koennen 6-8 Tausend Meter Hoehe erreichen).


Wir steigen dann ueber 1000 Meter in den Cañon ab, wieder 400 hoch und runter und immer wieder muss ich auf die beidne aelteren "estonian mamas" und Hubert unseren peruanischen Guide warten, was ziemlich ermuedet. Dafuer entlohnt der Ausblick auf die Landschaft und am Weg kosten wir Tunas (Kakteenfruechte), Feigen und Granataepfel, sowie Lucuma und Alpacafleisch.



Schlussendlich kommen wir in der idyllischen Oase an, welche in einer Beuge des Flusses liegt. Lodges, Pools und wunderschoene Gaerten sowie Bier und Abendessen wartet dort auf uns. Hubert moechte sich noch ein Bier teilen und wir plaudern in meiner Huette. Zuerst fragt er mich, ob er in meiner Huette pennen kann, weil er Angst vor Spinnen hat und da ich schon am einnicken bin, ist es mir egal. Er sekkiert mich dann aber eine halbe Stunde, dass er mit mir in meinem Bett liegen will und als er sich dann wirklich zu mir legt, schmeisse ich ihn harsch von der Bettkante. Euda.
Am naechsten Tag steigen wir ab 5 in das Andendorf Cabanaconde auf. Die Wadeln brennen noch vom Vortag, aber trotzdem bezwinge ich langsam die 1120 Meter in 2:15 h. Nicht weltberuehmt, aber die beiden Damen benoetigen fast 4 Stunden, also geniesse ich die Aussicht auf den gegenueberliegenden Gebirgszug, von dem der Amazonas seinen Beginn nimmt.



Beim Fruehstueck kommen wir zu einer Carnevalsfeier der Einheimischen, werden mit Confetti bestreut, mit Girlanden behangen & bekommen rosa Kreide ins Gesicht. Wir muessen Wein und Bier trinken, Zigaretten rauchen und in ein Lagerfeuer werfen, wodurch es der Mutter Erde PACHA MAMA geopfert wird.

Die Rueckfahrt ist ebenso lebensmuede wie die Hinfahrt. Die Fahrer haben eine Vorliebe fuer Ueberholmanoever in unuebersichtlichen Kurven; ist ja auch viel spannender so. Wir schlafen entweder aus Erschoepfung oder aufgrund einem psychologischen Schutzmechanismus wenn wir nicht gerade freilaufende Vicunjas, Lamas oder Alpacas fotografieren muessen.

Inzwischen bin ich wieder in Arequipa zurueck. Ich surfe die Couch von einem witzigen und reichen Peruaner, der das noch nie gemacht hat. Gemeinsam holen wir uns eine Pizza und Bier und geniessen beides bei herrlicher Aussicht auf das abendliche Arequipa und Gespraechen ueber Arbeit, Familie, Freizeit, Gott und die Welt.
In der Nacht fuehle ich mich fiebrig und seit heute morgen plagen mich die aergsten Magen-Darm-Kraempfe. Ich habe echt ein Achilles-Verdauungssystem. Haenge in irgendwelchen prunkvollen Kirchen, Parks, Restaurants und am Klo vom Mc-Donalds ab und haette nun doch lieber ein Hostel, bei dem ich einfach nur im Zimmer anstatt auf einer Treppe in einem kleinen Park rumliegen kann... okay, morgen fahre ich nach Puno.

NACHTRAG: Die Stadt heisst deshalb "die weisse Stadt", weil sehr viele Gebaeude aus Sillargestein (einem weissen Vulkangestein) gefertigt sind. Deren Portale und Saeulen sind meisterhaft behauen und viele haben einen schoenen Innenhof. In der gesamten Innenstadt stoesst man auf diese Gebaeude mit ihren Balkonen oder Kreuzgaengen und man hat staendig das Gefuehl Geschichte zu betreten.

Freitag, 15. Februar 2013

Nazca

torre metalica














Manos Hands, eine sehr kleine Geoglyphe













Gleich vorweg eine Bildercollage. Ich habe inzwischen zu allen Posts einige Bilder hinzugefuegt, so gut das mit dem Editor geht. Apropos gutgehen: Meine Panikattacken sind einem kompletten Reisegenuss gewichen.

Hier bin ich gerade in Nazca: die Stadt hat nicht viel zu bieten - ausser einer einzigen Attraktion: den weltberuehmten Nasca-Lines (Unesco Weltkulturerbe). Die Linien stellen Zeichnungen von bis zu 200m dar, deren Erbauer das gesamte Bild vermutlich nie in vollem Ausmass bewundern konnten und einem wirren Gitter aus Trapezoiden und Linien, die vermutlich eine Art Kalender und Wegweiser zu Quellen sind. Vermutlich. Ich spar mir den (angeblich gefaehrlichen) Flug und fahre stattdessen mit dem local-bus zum "torre metalica", von wo man ebenfalls 3 verschiedene sehen kann! 

Die Linien sind aber sehr schlecht erhalten. Zum Teil wird das Areal in der Nacht von Lastwaegen befahren, die eine Zollstation umgehen wollen. Der Leguan, der direkt neben dem Turm liegen soll, ist deshalb kaum mehr sichtbar. Meine Theorie ist aber, es haben zuviele Touristenbusse darauf geparkt.

Nochmal zur Erinnerung: alle anderen Posts haben nun auch Bilder!!!  


Donnerstag, 14. Februar 2013

Sandboarden in der Oase

Ola Amigos,


Huacachina - eine halb kuenstliche Oase - ist wie Paracas ein extrem touristischer Ort. Die einzige Attraktion ist Sandboarden und Buggy fahren in der Sandwueste rundherum. Das ist dafuer aber echt geil.
señior loco
Die Sandbuggys sind riesige Fahrzeuge mit einem maechtigen Motor, Platz fuer 15 Leute und einem Fahrer, einem ueber 60 Jahre alten schwarzen Herren. Obwohl er einen auf cool macht, lacht ihm der Schelm aus den Augen, was mich schraegerweise an meinen Opa erinnert. Jedesmal, wenn wir schreien, weil er eine fast senkrechte 80m Sandduene hinunterbrausen, lacht er.
Also das kann man sich wie eine Hochschaubahn in einer klassischen Wueste vorstellen.


Das Sandboarden ist allerdings nicht mit Surfen oder Snowboarden zu vergleichen. Eventuell es sind diese Holzbretter, aber mit denen kommt man kaum vom Fleck und wenn kann man 3 m Fahrt keine Kurve mehr machen und stuerzt. Also rutschen wir dann nur noch am Arsch mit den Teilen runter und das ist auch viel lustiger. Die Duenen hier in Ica zaehlen uebrigens mit 1000m zu den hoechsten der Welt.



Um mein Gepaeck auch wirklich sicher zu verstauen habe ich auch die Schluesseln mit eingesperrt. Clever und wo ich jetzt weiss, wie leicht die mit einer Zange aufgehen, kaufe ich auch kein Neues.

Alle Per-Anhalter-durch-die-Galaxis-Reisende und Folkclub-Leute werden mich jetzt sicher hassen, aber ich hab in der Oase heute mein Folkfest-Handtuch liegen lassen. Shit.
Ich bin aber Inzwischen in Nasca ... ich weiss, ich weiss ... immer noch keine Bilder, sorry. Ich wuerde auch gerne mal meine Bilder von der Sony-Sim loswerden. Vielleicht krieg ich hier mal einen Cardreader oder so.

DONT PANIC

Mittwoch, 13. Februar 2013

Paracas

Paracas heisst der starke Wind, der eigentlich dieser Kuestenregion seinen Namen verleiht.


Hier angekommen teile ich mit einem Maedchen auf Quartierssuche ein Doppelzimmer und buche eine Bootstour zum "Candelabro" sowie den vorgelagerten Ballestas Islands. Und zwar um 7 am Morgen. Ab halb 5 sind wir aber zeitgleich mit den beiden peruanischen Nachbarsfrauen wach, die sich in einer Lautstaerke unterhalten, als muessten sie gegen das Ende der Welt anschreien.

el candelabro

Das Speedbootfahren weckt uns dann aber entgueltig auf und die Geoglyphe des Kerzenhalters (eher wahrscheinlich Ohrwaschlkaktus) ist dann auch tatsaechlich beeindruckend. Es bleibt mysterioes, warum diese ca. 100 m hohe Zeichnung in einer Duene nicht nach zwei Tagen verweht ist wie sonst jede Spur, sondern sich seit mehr als 1000 Jahren haelt.
Die Bootstour fuehrt dann noch zu den Inseln wo Guano-Toelpel, Seeloewen und Pinguine (leider zu dieser Jahreszeit keine Delfine) zu beobachten sind und noch viele andere Vogelarten. Die Insel hat auch zwei Abbaustellen, wo Guano - Wort in der Quechuasprache fuer die Fäkalien der pelikanartigen Voegel - alle 5 Jahre abgebaut wird und sich bis dahin 1m hoch schichtet! Ergo heissen diese Voegel uebersetzt Scheisse-Tölpel.


Ich koste Ceviche, anscheinend DIE peruanische Spezialität. Roher Fisch mit suessen, orangenen Kartoffeln (meine dritte unbekannte Sorte Kartoffeln von circa 3-4000) mit rohen Zwiebeln und mit Limettensaft uebergossen. Die Beilagen halten sich aber in Grenzen also ist es im Prinzip ein Berg roher Fisch. Das muss ich nochmal in Arequipa probieren.



Am Nachmittag borgen ich und Melanie uns shitty Raeder aus (eines mit einem Pedal, das andere 50 cm hoch) und wollen zu einem 11 km entfernten Strand in das Naturreservat fahren (um hoffentlich Flamingos zu beobachten). Wie alles entlang hier der Pazifikkueste ist dies Kuestenwueste und so stemmen wir die 11 km durch die Wueste gegen den Paracas mit seinen konstanten 70km/h +-10 km/h. Dementsprechend brauchen wir ueber 2 h fuer die Strecke und die Melanie beschwert sich durchgehend. Am Strand schleichen wir uns an toten Seeloewen mit ausgepickten Augen vorbei und treten auf Vogelkadaver. Aber einen km weiter ist dann ein toller Strand und dort bekommen wir Bier und freuen uns wie kleine Kinder. Wir treffen den lustigen Argentinier Gonzales alias Ché wieder. Die Rueckfahrt braucht uns nicht mal 45 minuten und die ist dann auch wirlich spassig!
i am fabulous




Die Sonne geht unter und die Berge rings umher faerben sich rot und gruen und Abendfarben.

Heute gings fuer mich nach Huacachina ... einer Oase nahe Ica.

Sonntag, 10. Februar 2013

Lima Lima

Ola,
 
Jetzt strawantze ich schon den dritten Tag hier in Lima herum, aber manchmal bezweifle ich, ob ich schon angekommen bin. Die Sprachbarriere ist da noch ein bisschen zu gross. Genaugenommen heisst nicht nur die Stadt Lima, sondern auch das Departement und der Stadtkern, ergo war ich in Lima Lima Lima.

Die Balkone heissen auch Luftstrassen Limas

Am ersten Tag habe ich dort bei einer Fuehrung im Kloster San Francisco 2 Peruanerinnen (Paola, Carla) und einen Neuseelaender (Matt) kennengelernt. Dieses hat nicht nur atemberaubende Fachwerkskonstruktionen und -schnitzereien, sondern auch Katakomben gefuellt mit Knochen (aber keine Schwarzen und keine Chinesen) und eine Bibliothek wie "Harry Potter". Die einzigen Sachen, die ich bei der englischen Fuehrung mitbekommen habe und soviel haette ich bei der spanischen auch verstanden, naja.
Gemeinsam haben wir auch das Inquisitionsmuseum besucht.

Mit diesen jungen lustigen Leuten habe ich mich also am Folgetag verabredet um den Wasserpark zu besuchen. Dieser Park mit seinen ca. 16 Springbrunnen haelt Guinnes-Rekord. Ich weiss aber nicht in was. Vielleicht Wasserverschwendung?
Ohne Uebertreibung: Ich war begeistert. Die Fontaenen haben sich staendig veraendert. Da jagten sich Wasserspritzer zu Waltzermusik oder erzeugen einen Spruehnebel, der hinterleuchtet wie ein wallendes seidenes Tuch aussieht.




Eine Kombination aus Laser- und Videobespielung der Fontaenen war dann schon fast zuviel... Weiters gab es mehrere Stellen an denen sich die Kinder (und Junggebliebenen) nass spritzen lassen konnten mit Geschrei und Technomusik.


Apropos Musik: Die scheint hier irgendwie so alltaeglich wie Strassenlaerm und selbst die billigsten Schlager in den bunten Bussen haben mehr und interessantere Rhythmik als die gesamte westliche Pop- und Volksmusik. Oft sogar in einem einzelnen Lied.






Aus dem verabredeten Trinken gehen wurde danach leider nichts, da die Gruppe schon zu muede war, dafuer gingen Rafael und seine Freundin Carina gestern mit mir fuer ein paar Cocktails weg. Pisco Sour und noch ein Trunk: mit Alghr und mindestens einer der Mitlaute war doppelt ... egal. Pisco ist eine Art Brandy. Peru fuehrt mit Chile glaub ich eine Auseinandersetzung, wer denn nun den Pisco erfunden haette. Bei mir ist der Funke zu diesem Alkohol noch nicht uebergesprungen.

Soweit, so gut.
Gestern habe ich erfahren, dass Arequipa ueberflutet ist, ebenso wie Cusco (sogar mit Todesopfern). Ich hoffe ich kann meine Reise wie geplant fortsetzen. Jetzt geht es mal weiter nach Paracas.

Freitag, 8. Februar 2013

Ankunft Lima

Ola, mes amigos,
Ich bin also gut angekommen, aber Bilder bekommt ihr noch keine, leider. Dafür gibt's dann Katzenfotos. Die junge Schnürsenkel fressende Tigerin auf meiner Schoß verhindert das Reisetagebuch schreiben, schließlich stehen auch Lesebändchen, Buchecken und tanzende Kugelschreiber am Speiseplan.
Das Appartement wo ich wohne ist sehr schön und mein Host, Rafael, ist ausgesprochen nett. Am ersten Tag hat er mich zu einem Grillhähnchen eingeladen und mir einiges erzählt. Er spricht perfekt deutsch, was einer Konversation, die über "Mein Name ist Johannes" hinausgehen soll, ganz gut tut. Viel mehr als der grillhühnerfeindliche Ernährungsstil der PeruanerInnen ist mir durch den Müdigkeitsrausch nach einer fast 30 stündigen Anreise (Wartezeiten eingerechnet) aber leider nicht in Erinnerung geblieben...


Nicht nur die Häuser in Lima sind bunt* und vielfältig, nein, auch verschiedenste Parfüms, gegrillte Hähnchen, Blüten, Dieselgestank und der Geruch der Kolonialgeschichte mischen sich zu einem einzigartigen olfaktorischen Allerlei.
Lima ist groß und verrückt: Die Altstadt mischt die Stile der letzten 4 Jahrhunderte, wie ein Sprachenlernende/r die Artikel. Ich glaube hier macht sich wohl meine ständige Panik Luft, viel zu wenig Spanisch zu können. Mal abgesehen davon, dass ich ganz weit davon weg bin überhaupt ein Verb nicht in der Nennform zu benutzen. Zum Glück gibt es das Wort Postkarte und Briefmarke nur im Futurum.

Es ist halb elf und immer noch laut und schwül und heiß. Der Nebel, der ständig über der Stadt hängt, ist wie ein Deckel auf einem Topf Wasser am Herd. Welcher aber spätnachmittags von unten beschienen wird und dann alles in ein geiles orangenes Licht taucht. Dieser trickst auch unerfahrene Touristen in das Zuwenig-Auftragen von Sonnencreme untertags.

lg & winkewinke




PS:
*Ein einzelnes Haus ist natürlich nicht bunt, aber viele nebeneinander.
@Florian: aaaah, Venedig.
@Anita: Was hältst du von Schnürsenkel? Klingt doch auch ziemlich eigen?
@Martin: "Ups, i did it again. ... got lost in the game." G.W. Bush

Dienstag, 5. Februar 2013

Peru – ab morgen

Habe meinen alten Blog reaktiviert zur digitalen Repräsentation einer Reise nach Südamerika.
Ich freu mich schon total … cu later & ein kleines Feuerwerk