Montezumas Rache scheinbar überwunden.
Puno hat mir sehr getaugt, wie schon geschrieben glaub ich. Ich bin dann auch auf die nahegelegene Insel Amantani auf der ich eine Nacht übernachtet habe. Aber alles der Reihe nach...
Nach einer Nacht hab ich mich schon viel besser gefuehlt und bin durch die Stadt spaziert. Hab mir auf den Maerkten ein paar Sachen aufschwatzen lassen und das mediterrane Flair genossen. Allerdings darf man sich davon nicht truegen lassen: Der Titicaca-See hat unter 10 Grad und in der Nacht kann es hier auch anstaendig kalt werden.
Beim Ticketkauf komm´ ich drauf, dass aus dem Bankomat anscheinend ein gefaelschter Hunderter rausgekommen ist. Der strichlierte Glitzerstreifen war hier ein eingenähtes Geschenkband ... netterweise haben sie ihn trotzdem genommen : ) (vermutlich aber unfreiwillig).

Des Weiteren habe ich dann auch einen der umliegenden Gipfel bestiegen. Waehrend sich dunkle Gewitterwolken und eine Ambosswolke als Sturmvorbote gemaehlicher vor die Sonne schiebt, als ich die 300-400 Meter hoch. Auf meinem Weg durch die Favelas hoch beschleicht mich ein etwas mulmiges Gefuehl, weil dort schon um 4 die Leute besoffen abhaengen. Aber es rennen und spielen auch viele Kinder auf den Strassen. Oben treffe ich den "Fool on the hill", der irgendwas in den obligatorischen Muellbergen sucht. Mein Abstieg wird dann von einer Teufelstöle harsh unterbrochen. Der fast 1m grosse Hund mit roten Augen bellt mich an, kommt auf weniger als einen Meter zu mir und schnappt her. Ich wedle mit meiner leeren 2,5l-Wasserflasche und bin zum Teil echt hilflos ... einen anderen Abstieg waehlen, hiesse vielleicht dem Ding den Ruecken zudrehen. Als ein ihm bekannter Jogger vorbeikommt lässt mich der Hund kurz in Ruhe und ich kann mich bis zu einem weiteren braunen Teufels-Pinscher vortasten, nur um dann zwischen den beiden eingeklemmt zu sein. Naja, irgendwie geht´s dann doch und ich kann mich in die dann doch sehr willkommene Nahezu-Zivilisation vortasten.
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| Standoff in der Küche: Tochter vs. Huhn |
Bei dem Trip am folgenden Tag besuchten wir zuerst die "floating islands", die Schilfinseln der Uros. Das sind kuenstlich hergestellte Inseln aus geflochtenem Schilf, mit Schilfhuetten und Schilfbooten. Die Uros mussten sich vor tausend Jahren auf der Flucht vor den Inkas dorthin zurueckziehen.
Die Insel Amantani ist sehr schoen und auch dort begehe ich den ueber 4000er-Gipfel "Pacha Tata" (Vater Erde), der ein tolles Panorama ueber den riesigen See zulässt. An vielen Stellen sieht man nicht das Ende des Sees! Uebernachten und essen passiert in einem einheimischen Familienverband und die Kids sind hocherfreut, dass wir mit ihnen einen kaputten Volleyball im Innenhof umherschiessen. Das Essen ist einfach, aber gut - ich meine, ich kann wieder essen!
Der suedliche Nachthimmel ist dann der Wahnsinn und extrem sternreich, die Zirren bilden unglaublich feine Muster am Himmel, vom uebermässig hellen Mond angestrahlt. Wetterleuchten am Horizont vervollstaendit die magische Nachtstimmung. Unter 6 den schweren Decken wird man fast erdrueckt, aber sie halten warm und ich schlafe wie ein Bär.
Die Rueckfahrt am Morgen ist sehr wellenreich. Wir machen noch einen Stop und Spaziergang auf der nebenliegenden Insel Tequile oder so. Dabei unterhalte ich mich wunderfein mit einem Italienisch-Koreanischen Designerpärchen, die ihre 3-monatige Reise auch zur Arbeit nutzen.
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| Schaumspray ... das war ja noch harmlos. |
Wieder am Festland verfolge ich eine Karnevalskapelle und eine tanzende Truppe mit meinem Cusquena-Bier. Alle Menschen werden mit komischen Seifensprydosen besprueht.
Sie winken mich her und behangen mit Ballongirlanden und mehreren Flaschenoeffnern, voller Confetti und gut riechender Kreide werde ich noch zu mehreren weiteren Bieren (0,6l) und Zigaretten eingeladen. Ich kann nicht sagen wieviele, weil einem alles wieder entwendet wird und die Runde macht. Sie bieten mir sogar zu essen an, aber ich bin noch vom Mittag voll. Alle sind komplett betrunken und wollen mit mir kommunizieren. Sie lachen sich darueber ab, dass ich Solo bin und wollen die ganze Zeit, dass ich sage: "Ich komme aus Chukarapi!". Was ich staendig vergesse, aber wenn ich es dann ausbringe, mit viel Gelächter gutiert wird.
Komplett im Öl verabschiede ich mich kurz vor 9 um meine Kumpels wieder zu treffen und leckeres Strassenessen zu geniessen. Weitere Kapellen und unendlich viele Leute draengeln sich durch die Gassen und machen Party bis mindestens 4, wo ich brandig aufgewacht bin.
Inzwischen bin ich nach laPaz, Bolivien, gereist.
Noch ein Punkt: Ich denke nicht, dass ich Geschenke mitnehmen werde. Ich habe stattdessen einige Karten verschickt, zumindest an alle, wo ich die Adresse wusste. (Um jede davon bekäme ich hier uebrigens 2 Mittagsmenues, mit einem Topf Suppe, Getraenk und leckerem Hauptgericht).
Man kann aber gerne was bestellen und ich schau was ich tun kann, kommentiert einfach, falls ihr einen Alpaca-Mütz oder -Schal wollt. Ich mag nur keinen Ramsch einkaufen, den eh keiner braucht. Gruss!
PS: Die Klopapierbeschaffenheit (falls vorhanden) reicht von Schmirgel- bis Krepp-Papier, ist meist duenner als Japanpapier sodass man selbst durch 3 Lagen durchsehen kann.