Donnerstag, 28. Februar 2013

Bolivien: laPaz - Uyuni

laPaz - die Backsteinplombe dieses Cordillera-Tals

Dass ich inzwischen in laPaz, der höchstgelegenen Grossstadt der Welt bin, hab ich glaub ich schon geschrieben. Die Stadt ist ein einziger Markt für Allerlei und ein buntes Gemisch aus Ethnien und Klassen.
(Während jeder schlaflosen Busfahrt erfinde ich ein Spiel, das nur auf Umsetzung wartet.) 

Nach 10 Stunden Nacht-Fahrt in den Süden von Bolivien steig ich in einer staubigen Westernstadt aus:
Uyuni. Hat mich generell nicht so begeistert. Entweder lag das daran, dass meine Erwartungen von anderen Reisenden schon so hochgeschraubt wurden oder daran, dass mich Montezumas Schergen hinterrücks mit einem Fruchtsaft erwischt haben. Dachte nicht, dass sie mich in Boliviens Hochland finden ... 

Ausserdem sollte meine Reisegruppe aus zwei Tschechinnen und 3 Urugaianern bestehen, stattdessen werden es 12 Israelis. Obwohl grundsätzlich freundlich, sind sie relativ anstrengend. Unterhaltungston ist Schreien, sie wechseln die 90er-Jahre-Musik im 30-Sekunden-Takt und sind aufgeganselt, als kämen sie von 3 Jahren Jungscharlager und bei jeder Sehenswuerdigkeit machen sie 4h Fotos. Nach 2 Stunden hupt der geduldige Fahrer Alan zum ersten Mal... naja.

Hier sind zwei Bilder aus dem Salzsee, der angeblich 12000 km2 misst. Nicht auf diesen Bildern, die Vulkane ringsumher. Durch die trockene Luft sieht man sehr weit und unterschätzt sehr leicht die Entfernungen.
Ich marschiere auf einer 14m dicken Salzkruste, darunter angeblich Wasser.



Surreal: Von irgendwo in dieser schneeweissen Landschaft rast ein Linienbus daher und verschwindet wieder ins Nichts.
Am Abend in einer sehr einfachen Loggia treffe ich dann einige Briten und Australier, die doch die Lust verspüren mit mir ein paar Worte zu wechseln und wir spielen gemeinsam "Arschloch" nach holländischen Regeln.
Am Folgetag verlassen wir schon nach kurzem den Weg, der den Namen Strasse nur durch den Vergleich mit den restlichen Spurrillen in der Landschaft Boliviens verdient. Wir brettern und rumpeln durch die 4300m-hoch gelegene Gegend, an rostbraunen Felsen und salpetergelben Vulkanen, beschneiten Bergen vorbei. Wir besuchen 3 Lagunen mit hunderten Flamingos. Alle ebenfalls salzig. Die Erdplatten haben hier ein schoenes Stueckchen Meer abgeschlossen. Damals. Seither fliesst der Amazonas auch in den Atlantik.

Zum Schluss sehen wir noch das Rock Valley, ein Tal mit Steinen.
Und das wird Jakob, Eva und den David Göbel freuen: einen Zug-Friedhof. Das ganze alte Eisen verbreitete eine nostalgische und post-apokalyptische Stimmung. Hier soll auch der Zug von "Sundance Kid" vor sich hinrosten.



Alles in allem ganz nett, aber anstrengend. Wenigsten hab ich ECHT gut gehandelt...
Über Nacht wieder zurück. Kurz dem National-Art-Museum (sehr geil) und einer Mette zu Ehren des (bald-nicht-mehr-)Papstes einen Besuch abgestattet. Zwei Grillhendln nach meiner Bananen-Cola-Kur und für Morgen die Todesstrasse gebucht: Eine 63 km lange Mountainbike-Abfahrt von 4700 auf unter 1400 m! 

Auch der letzte Post hat Bilder!

7 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

hallo von bernhard,
...dedudliger fahrer ist ein (unabsichtliches) wortspiel der extraklasse! fruchtsaft?! - hättest beim bier bleiben sollen! wie redest du über israelis??
coole fotos - sehr abenteuerlich...
wenns gar nicht besser wird, musst du halt überlegen, dass mit den bananen andersrum anzuwenden :-)
alles gute, salü,
b

Andreas hat gesagt…

Hallo Sohnemann! Wieder ein paar echt coole Fotos (Sazwüste, Rostzüge)! Weiter so. Aber bitte was sind salzige Flamingos?? Kann man die essen? ;-) Würden sicher gut schmecken!
Kommst du auch noch nach Ecuador? Wo wird es dich noch hintreiben in den nächsten Tagen?
Wann geht eigentlich dein Rückflug, die Theaterleute brauchen schon was von dir! ;-)
lg und auch weiterhin alles Gute
Papa

Anonym hat gesagt…

Hi, david hier
Saugeil, bin superneidig, toll dass du das allein durchziehst. Cooler blo. Weiter so
David s.

The Joker hat gesagt…

ich komme in 10 Tagen zurück, deshalb wird sich in den (kurzen)5 Wochen nicht noch ein südamerikanisches Land ausgehen.

Am 10. in der Früh geht mein Flieger von Lima und bin kurz vor Mittag am 11. in Wien.

Jetzt nehm´ ich gleich den Bus nach Cuzco... umendlichMacchu Pichu unter die Lupe zu nehmen.

enibolas hat gesagt…

Hey, lässig lässig lässig. Saug/f soviel Eindrücke auf, wie du kannst, dieses Reisen ist immer viel zu kurz :-) Cheers, sabine

Andreas hat gesagt…

Hallo Johannes! Wir warten schon wieder neugierig auf News. - Aber noch was ganz anderes zwischendurch. Für den Besuch des REichstages im ZUge unserer BErlinreise bräuchten wir rasch die Reisepassnummer und das Ausstellungsdatum. Kannst du uns das nach Möglichkeit durchgeben? Liebe Grüße
Andreas

Anonym hat gesagt…

zug-friedhof, das gefällt mir wirklich. wenn du da bist, zeichne ich mir auf die hand, wo das ist und schau vorbei.
fast spannender hört sich noch der salzsee an: das wäre ja eigentlich matthias und mein bevorzugtes ziel gewesen um eine erfahrung der "fläche" zu machen (aber soweit weg, deswegen wurde es dann das wattmeer)

komm gut zurück und bald!
jakob